Wenn man die vorliegenden Konzerte mit einem einzigen Wort charakterisieren
möchte, könnte man dem Cello-(oder Violin-) konzert den Titel „Aufschwung” geben, da es
von Hoffnung und Anfang erzählt, während für das Violinkonzert, das vom Verzweifeln und vom Ende
spricht, „Abgesang" passend wäre.
Beide Werke komponierte Schumann in Düsseldorf, das erstere im Herbst 1850 in einer Phase
der schöpferischen Euphorie, als er den Posten des Musikdirektors gerade erst angenommen hatte,
das letztere im Herbst 1853 in einer Phase der Depression, nur einige Monate vor seinem Suizidversuch.
Diese Zeit, die von beruflichen und sozialen Rückschlägen geprägt war, wurde nur durch die
beglückenden Begegnungen mit den jungen Musikern Johannes Brahms und Joseph Joachim erhellt.
Thomas Albertus Irnberger
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