
lrnberger / Demus:
Poetischer Dialog
Heuer wird Jörg Demus
80 Jahre alt.
Doch sein Klavierspiel
hat immer noch
jugendlichen Elan,
wenn dieser auch auf dem herrlich klingenden Hammerklavier
von Conrad Graf aus dem Jahr 1823 gedämpfter wirkt als auf einem
modernen Flügel.
Doch für die lyrischen Zwischentöne,
die Schubert
in seinen drei Violinsonaten
op.
137 anschlägt, ist das
genau das
richtige Instrument.
Mit dem
jungen
Geiger Thomas Albertus Irnberger
lässt sich Jörg Demus
darauf auf einen poetischen Dialog ein,
bei
dem es weniger um gegensätzliche
Standpunkte als um
ein gemeinsames
Empfinden geht.
pb
Ensemble 3 / 2009
Gegenseitig zugehört .....
Es genügen wenige Takte, um den Ansatz von
Thomas Albertus Irnberger ( Violine ) und Jörg Demus ( Klavier )
auf ihrer aktuellen Einspielung der Violinsonaten D 384, 385, 408 ( op.posth.
137, Nr. 1-3 ) von Franz Schubert
zu begreifen. Das Stichwort lautet : Interpretatorische und klangliche
Vielfalt.
Auf wundersam selbstverständliche Weise gelingt es dem 1985 in Salzburg
geborenen Junggeiger und dem 1928
in St.Pölten geborenen Granseigneur der Taste und leidenschaftlichen
Instrumentensammler, den Partituren die richtige
Balance zwischen historisch informierter Sicht und (früh)romantischem Gestus
zu entlocken. Einerseits greift Demus in
Tasten eines Hammerflügels aus dem Hause Conrad Graf, der um 1823 entstand ;
Schubert schätzte die Instrumente
von Graf nachweislich sehr, vermutlich stammte sein eigenes , 1814 vom Vater
geschenktes Klavier von Graf.
Andererseits scheut Irnberger nicht den - behutsamen - Einsatz des
Vibratos .
Hier musizieren zwei Interpreten , die die Werke vornehm und uneitel
respektieren. Sie verfallen weder irgendwelchen Dogmen noch der eigenen
Persönlichkeitsdarstellung.
Zudem ist diese CD ein Musterbeispiel an generationenüberschreitendem,
gleichberechtigtem Musizieren :
Man hört es den Einspielungen an, dass das österreichische Duo zu gemeinsamen
Lösungen gelangt.
Der Dialog ist bestimmendes Maß der Interpretation, und es wurde gegenseitig
zugehört.
Ein gelungener Auftakt ihrer Schubert-Edition.
Marco Frei