
„ Undinenzauber und Elfenreigen "
Die im Jahr 1842 entstandene
Sonate für Violine und Klavier Nr.1 in A-Dur, Op.6 ,
ein tonmalerisch - programmatisch orientiertes Werk, hat starke Bezüge zur
nordischen Märchen- und Sagenwelt.
Dem Komponisten Niels Gade , einem genauern Kenner der Werke Schumanns und
Mendelssohns, dürfte auch die Geschichte der schönen " Meerjungfrau " als
Inspirationsquelle gedient haben, einer Nixe, die mit ihrer ambivalenten
Anziehungskraft - halb Fisch, halb Weib - einen stolzen Ritter in
ihren Bann schlägt. Verschiedene Bilder werden im heiter anmutenden 1. Satz
lebendig - das Spiel der Wasserwellen, die zu Umarmungen führen, die die
Liebenden auch wieder trennen, goldgeschuppte
Fische, die in der Strömung umherschnellen.
Dann der an eine Romanze erinnernde 2. Satz in F-Dur - eine Liebeserklärung.
Hier wieder die tonmalerischen Zweiunddreißigstel der Geige, die die
flirrenden Lichtreflexe auf dem Wasser musikalisch darstellen könnten.
Schließlich im Finale kein
Liebesglück in Dur, sondern Entsagung in a- Moll.
Die Verbindung zwischen einem Wasserwesen und einem Menschen hat keine
Zukunft.
Der Ritter versucht vergeblich gegen den Verlust seiner Liebe aufzubegehren,
er kann das Zurückgleiten der schönen Meerjungfrau in ihr nasses Element
nicht verhindern .....
Thomas Albertus Irnberger

