
„ Hier ist doch gewiß das Clavierland ”
Nach seinem Bruch mit dem Erzbischof Hieronymus Graf Colloredo und dem damit verbundenen Abgang aus Salzburg ist Wolfgang Amadeus Mozart eifrig bemüht, sich in Wien eine feste Stellung zu verschaffen. Bereits im April 1781 heißt es in einem Brief an seinen Vater: ,,Ich versichere Sie, dass hier ein herrlicher ort ist und für mein métier der beste ort von der Welt."
In der damals bedeutendsten Musikstadt hielten Hof, Adel und Klerus nach wie vor die ruhmreiche musikalische Tradition lebendig, und auch das Bürgertum nahm Anteil am musikalischen Geschehen. Mozart will seinen Lebensunterhalt fortan als freier Künstler mit Klavierunterricht, mit Subskriptionskonzerten, als Interpret eigener Werke und durch Auftragskompositionen bestreiten.
Am 2. Juni 1781 schreibt er an seinen Vater: „ Hier ist doch gewiß das Clavierland."
In Wien hatte einige Jahrzehnte
zuvor der Siegeszug des „Hammerflügels" begonnen. Der führende Klavierbauer
des ausgehenden 18. Jahrhunderts und beginnenden 19. Jahrhunderts in Wien
ist
Anton Walter (1752-1826). Im Jahrbuch der Tonkunst von Wien und Prag
1796 würdigt Johann Ferdinand von Schönfeld die Instrumente Walters:
„Seine Fortepiano haben einen
vollen Glockenton, deutlichen Anspruch, und einen starken vollen Baß.
Anfänglich sind die Töne etwas stumpf, wenn man aber eine zeitlang darauf
gespielet, wird besonders der Diskant klar."
Auch Mozarts bevorzugter Flügel
ist ein Instrument aus der Werkstatt Anton Walters.
Nachdem er in Wien
zuerst auf geliehenen Flügeln, wie z.B. einem Stein-Flügel der Gräfin Thun,
musiziert hatte, erwirbt er in der ersten Hälfte des Jahres 1782 sein
eigenes Fortepiano, auf dem er auch bei seinen Auftritten spielt.
Während zur Zeit Mozarts bei den Tasteninstrumenten die Hammerklaviere von
Anton Walter die
größte Wertschätzung erfuhren, waren as bei den Streichinstrumenten die
Violinen des genialen Tiroler Geigenbauers Jakob Stainer (1617-1683). Der
Komponist besaß nachweislich eine Kopie einer Stainer-geige als
Konzertinstrument. In der Literatur mehren sich jedoch die Hinweise, dass er
in den letzten Lebensjahren auch ein Originalinstrument sein Eigen genannt
haben soll.
Thomas Albertus Irnberger
