Erhöhte Sensibilität, Melancholie, verbunden mit Genuß und Schönheit prägen das Bild der Bevölkerung der Stadt Wien um 1900, in der die Habsburgermonarchie in den letzten Zügen liegt.

Man schwankt zwischen Weltuntergangsstimmung und Fortschrittseuphorie.
Das ausgehende 19. Jahrhundert wir mit einem Januskopf verglichen, einem Doppelgesicht,
das sowohl in die Vergangenheit als auch in die Zukunft blickt.
Die Krise des Liberalismus und in der Folge die Desillusionierung des Bürgertums nach dem Ende der liberalen Ära bieten den Anstoß dafür, in der Kultur einen Fluchtpunkt aus der zunehmend als bedrohlich erfahrenen Wirklichkeit zu suchen - und so erlebt Wien noch einmal eine kulturelle Blüte mit einer ungeheuren Vielfalt in allen Bereichen des geistigen Lebens, vor allem in der bildenden Kunst, der Architektur, der Literatur und in der Musik, wobei sich im Kreis der künstlerisch-intellektuellen Eliten jüdischer Herkunft ein besonders kreatives Potential entwickelt.

Zentren der Kammermusikpflege sind trotz der Aufführungsmöglichkeiten im öffentlichen Konzertbetrieb die bürgerlichen Salons, wo in entspannter Atmosphäre musiziert wird.

Wesentliche Bedeutung kommt auch den mehrmonatigen Sommeraufenthalten der Wiener Gesellschaft zu, die das Salzkammergut bevorzugt. Viele Persönlichkeiten des Musiklebens verbringen dort ihre "Sommerfrische", so etwa Karl Goldmark in Gmunden, Alexander von Zemlinsky in Altmünster, Gmunden und Bad Ischl, Arnold Schönberg in Gmunden, Erich Wolgang Korngold ebenfalls in Gmunden, und später in Gschwandt.

Für das gesellige Beisammensein wird nun Musik komponiert, die unterhält, Musik, die nach dem Konzert nicht unbedingt Anlaß für tiefschürfende Diskussionen bietet, aber trotzdem geistvoll ist, die verzaubert, die Charme hat,  Musik, die in die Biedermeieridylle zurückblickt, dem elegant-dekorativen Ambiente des salonhaften Jugendstils gerecht wird, die Walzerseligkeit streift und Gedanken an kommende unheilvolle Zeiten schnell wieder fallen läßt.


                                                                                                                                                                                                                                                       
Thomas Albertus Irnberger

 

 

 

 

 

 

 

 


                                                                                                                        

 Paganini - Violinkonzert Nr.4 d-Moll
Suonata Varsavia

Paganini - Violinkonzert Nr.4 d-Moll
Suonata Varsavia

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Home | Nach oben | Violon vivante | Mozart_1 | Paganini | Brahms | Schubert_1 | Goldmark | Schumann Violinsonaten | Schumann Violinkonzerte | Mozart_2 | Schubert_2 | N.Gade | Mozart_Konzerte | Demus | Salon_de_vienne | Mozart_3 | Schubert_3 | Gál